Zu einer Lesung lud am Donnerstag die Begegnungsstätte "Kiek in" in der Hans-Fallada-Strasse ein.
Zu Gast war Christiane Klamtmit einem Buch über die Jugenderinnerungen ihrer Mutter Anneliese Gransow, geborene Lipski.
Nach einer Biografie über ihr eigenes Leben machte sich Christaine Klamt an die Aufzeichnung eines "sehr bewegten Lebens", wie sie sagt.
"Während des Schreibens eröffnete sich mir die Vergangenheit", so die Autorin. Gemeinsamhabe sie mit ihrer Mutter in
Gesprächen diese Zeiten regelrecht selbst durchlebt. Orte der Erzählungen sogar besucht ... so vor einem halben Jahr auch
Stralsund.
Mit fünf Jahren zog Anneliese Lipski mit Mutter Helene und Vater Josef in die Hansestadt - es war das Jahr 1929. Arbeitslosigkeit, Armut, Bettler
auf der einen Seite Murmelspiel, Schwanenpaare auf dem Frankenteich, der Blick über den Sund nach Hiddensee auf der anderen - so erlebte das kleine
Mädchen die Stadt.
Dann die ersten Parolen an den Mauerwänden "Braune Masse" mit heißem Kakao und Schokolade für die Schulkinder. Hitler nahm Gestalt an und
sollte fortan das Schicksal der Menschen bestimmen.
In drei Kapiteln beschreibt Christiane Klamt den Lebensweg ihrer Mutter und hat ein weiteres Zeitzeugnis abgelegt, das sich ohne erhobenen Zeigefinger mahnend
ins Verständnis drängt.