Die Ruine der Nikolaikirche war die passende Kulisse für die Lesung aus "Wehewehe", dem sehr persönlich gehaltenem
Buch über die letzten Kriegstage in Anklam. Dr. Wilfried Hornburg dankt Christiane Klamt für den Vortrag ergreifender Episoden daraus.
Blutig und verlustreich gestaltete sich das Kriegsende vor 60 Jahren in Anklam. An diese schlimme Zeit sollten die
Gedenkveranstaltung der Hansestadt Anklam in der Nikolaikirche und die Buchlesung einer Zeitzeugin erinnern. Als besonderen Beitrag
kann man die am gleichen Tag eröffnete Sonderausstellung "Anklam im Feuersturm" im Museumim Steintor, die chronologisch die Anatomie
der apokalyptischen Zerstörung Ankalms dokumentiert, betrachtet werden.
Die schicksalschweren Tage des Krieges sollen zur "Erinnerung für Ältere und Mahnung für Jüngere" heraufbeschworen werden,
betonte der 67-jährige Historiker Dr. Peter Eggen. Zu den Schwerpunkten gehören selten veröffentlichte Fotos von den Luftangriffen
der 8. US Air Force am 09. Oktober 1943 sowie 04. und 25. August 1944, von den letzten sinnlosen Kampfhandlungen am 29. und 30. April 1945 gegen die Rote Armee
in und um Anklam - nur wenige Rage vor der bedingungslosen Kapitulation - und schießlich Bilder vom zerstörten Anklam aus den Jahren 1945 bis 1953.
Sie dokumentieren, dass dadurch das Grauen diese Ausmaße annahm.
"Die stolze und reiche Hansestadt gab es nicht mehr", betonte Bürgermeister Michael Galander (parteilos) vor 50 Gästen. Für die Stadt Greifswald
ging es anders: Im brennenden Anklam wurde ihre Rettung ausgehandelt. Als unbestechliche Zeitzeugen werden amerikanische und russische Luftbilder gezeigt. (...)
Diese Exposition, ist bis zum 30.9. zu sehen und kann Kindern und Jugendlichen wärmstens empfohlen werden.