Im Kleinkunstsaal des Dominikanerklosters herrscht zunächst einmal Stille, als Christiane Klamt behutsam die letzte Seite ihres Buches …zuschlägt.
Sie macht einen enttäuschten Eindruck, hatte sie doch gehofft, von den jungen Leuten etwas zu erfahren. „Sagen sie mir doch wenigstens, ob es ihnen
gefallen hat oder ob es sie ebenso genervt hat, wie mich früher die Erzählungen meiner Mutter nervten? Es waren die Erinnerungen ihrer Mutter an die Zeit vor und
nach dem Zweiten Weltkrieg, die Christiane Klamt aufgeschrieben und im Februar im Eigenverlag herausgegeben hatte.
Erinnerungen die Sie ein Leben lang begleitet hatten, und die ihr oft, wie sie selbst sagt, "in den unpassensten Momenten erzählt wurden". Erst als sie 50 war, habe sie erkannt,
wie wichtigder Mutter die Erinnerungen waren un wie wichtig es sein könnte, sie aufzuschreiben, sie vor dem Vergessen zu bewahren. ...
"Ich habe dieses Buch geschrieben um vor allem deutlich zu machen, dass es niemals wieder einen Krieg geben darf." Geschichtslehrer Detlev Seibel von der Grabowschule
bittet um Verständnis… „Es ist selten, dass sie 60 Minuten lang so aufmerksam zuhören, jetzt sind sie erst einmal nachdenklich.“ Und seinKollege Reinhard Timm erklärt: "Die
Gespräche kommen bei uns im Unterricht. Die Schüler brauchen ihre Zeit, um das Gehörte zu verarbeiten." Er ist überzeugt davon, dass Begegnungen wie die mit Christiane Klamt
für die Schüler ungleich mehr bringen, als imaginäre Zahlen von Millionen von Toten. ...
Ein Buch, dass tausende Schicksale auf eines herunterbricht…
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